Jugendgremien

Ein repräsentatives Jugendgremium vertritt die Interessen der Jugendlichen in einer Stadt.

 

Alle Jugendlichen der Stadt in einem festgelegten Alter, z.B. zwischen 13-21 Jahren, können sich zur Wahl stellen und selbst wählen. Solche Jugendgremien heißen dann z.B. ”Jugendparlament" oder "Jugendrat".

 

Bei einer Stadt in der Größe Kassels, wären mindestens 40 gewählte Mitglieder im Jugendgremium. Es sind keine Erwachsenen im Gremium, aber es gibt meistens eine oder auch mehrere erwachsene Person, die die Jugendlichen bei ihrer Arbeit unterstützten. 

 

Das Jugendgremium trifft sich regelmäßig in kleineren Arbeitsgruppen oder im großen Plenum und bespricht wichtige Themen und Anliegen der Jugendlichen. Das kann z.B. die jugendgemäße Neugestaltung und Ausstattung eines Ortes in der Stadt sein. Hierbei werden Ideen gesammelt, Vorgaben geprüft und das weitere Vorgehen besprochen.

 

Um etwas zu verändern muss eng mit der Verwaltung und der Politik zusammengearbeitet werden. Dafür hat das Jugendgremium in bestimmten Erwachsenengremien, z.B. in der Stadtverordnetenversammlung (Stadtparlament) und ihren Arbeitsgruppen (Ausschüssen) Rederecht und/oder Antragsrecht und/oder Stimmrecht. Hier bringen die Mitglieder des Jugendgremiums dann ihre Ideen und auch konkrete Anträge ein, verhandeln ihre Interessen und versuchen Ideen und Anträge durchzusetzen - genau wie die gewählten Mitglieder des Erwachsenengremiums.

 

Jugendliche haben in dieser Form der Beteiligung ein starkes Mitspracherecht und Entscheidungsmacht. Sie sind direkt, langfristig und institutionalisiert an Entscheidungen beteiligt, die ihr Leben in der Stadt betreffen.

 

 

Aufgaben und Ziele

Repräsentative Jugendgremien ermöglichen und sichern die Beteiligung, Mitbestimmung und Mitverantwortung von Jugendlichen am Leben in der Stadt und an Entscheidungen zu Themen, die alle Jugendlichen betreffen.

 

Ihre Aufgabe ist, die Situation von Jugendlichen in der Stadt zu verbessern. Sie bieten einen institutionalisierten und rechtlich verbindlichen Rahmen, um Veränderungen im Sinne aller Jugendlichen zu initiieren und zu unterstützen. 

 

Die Zusammenarbeit mit den Akteuren der Politik und der kommunalen Verwaltung ist hierbei eine zentrale Aufgabe. Die gewählten Mitglieder sind ausserdem konkrete Ansprechpartner*innen für Jugendliche, z.B. als Interessenvertreter*innen eines Stadtteils.

 

Ein Jugendgremium ist auch ein politischer Erfahrungsraum für Jugendliche, in dem Entscheidungsprozesse gestaltet und demokratische „Rituale“, wie Wahlen, Akzeptanz von Mehrheitsentscheidungen, Wichtigkeit von Aushandlungsprozessen, Notwendigkeit der Kompromissfindung usw. erlebt und erlernt werden.

 

Damit zusammenhängend motivieren die Erfahrungen aus der Arbeit in einem Jugendgremium auch danach zur Auseinandersetzung mit und zum Eingreifen in die Politik. Positive Erfahrungen der Mitwirkung an Veränderungen stärken die Jugendlichen als mündige und kritische Bürger.


Über den Tellerand geschaut …

Beim Fachtag des Kinder- und Jugendbüros hatten wir Gelegenheit uns mit der Struktur und der Arbeitweise von Jugendvertretungen aus Marburg-Biedenkopf und Heidelberg zu beschäftigen. Während der ausführlichen Schilderungen durch die Gäste aus den zwei Jugendvertretungen sind die folgenden Schaubilder entstanden. Sie sollen uns in Kassel helfen die richtige Struktur zu finden, indem wir von anderen lernen.

Beispiel: Das Jugendparlament Wiesbaden

Weitere Infos über Wiesbaden: jupa-wiesbaden.de


Beispiel: das Kreisjugendparlament Marburg-Biedenkopf

Weitere Infos über die Jugendbeteiligung im Landkreis Marburg Biedenkopf: www.kreisjugendparlament.de/


Beispiel: Der Jugendgemeinderat Heidelberg

Weitere Infos über den Jugendgemeinderat Heidelberg: www.heidelberg.de